E 57
Aus IG-WaSi
| Technische Daten | |
|---|---|
| Hersteller: | ABEG, Elektror, Hörmann, Siemens-Schuckert, Helin |
| Herstelljahre: | 1957-~1992 |
| Herstellerbezeichnung: | E 57 |
| Nennspannung: | 400V/230V |
| Nennstromaufnahme: | 9A/15.5A |
| Anlaufstrom: | 35/60A |
| Nennleistung (Aufnahme): | 5 kW |
| Nennleistung (Abgabe): | 4 kW |
| Motortyp: | Asynchronmotor |
| Gewicht: | ca. 65 kg mit Dach |
| Drehzahl: | 2800 U/min-1 |
| Portzahl: | 9 |
| Tonfrequenz (Nennwert): | 420 Hz |
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Die Einheitssirene 1957, kurz E 57 ist die Motorsirene, die schon in der jungen BRD für den Warndienst ausgewählt und aufgestellt wurde. Sie ist bundesweit im Einsatz gewesen, der Aufbau wurde in der DIN 41096 spezifiziert. In vielen Gemeinden diente sie außerdem zur Alarmierung der Feuerwehren, als Alternative oder Ergänzung zu anderen Verfahren.
Als der Kalte Krieg vorbei war und die Warnämter außer Dienst gestellt wurden, wurde auch die Produktion der E 57 eingestellt. Die vorhandenen E 57 wurden entweder abgebaut oder von der Kommune/Gemeinde übernommen und zur Alarmierung der Feuerwehr weiter genutzt. Es werden zwar heute noch Sirenen vom Typ E 57 verkauft, allerdings sind es meistens generalüberholte Sirenen.
Die E 57 ist heute noch in Deutschland und auch vereinzelt in Österreich zu sehen (oft Tirol, Salzburg).
Verwendung
Die E 57 wird, sofern heute noch im Einsatz, überwiegend zur Alarmierung der Feuerwehr und selten zur Warnung der Bevölkerung genutzt. Häufig sieht man die Sirene in Dörfern auf den Dächern von Dorfgemeinschaftshäusern, Schulen und in den Städten auf öffentlichen Gebäuden.
Es gibt vier verschiedene Montagearten der E 57: als Mast freistehend, als Giebel- und Dachmontage und auf einem Dreibeinstativ (für Flachdächer). Auch die Aufstellung, Ansteuerung und Stromversorgung waren vereinheitlicht.
Mögliche Montagearten:
Technik
Als Antrieb dient der E 57 ein asynchroner Drehstrommotor, der üblicherweise in Sternschaltung an das Drehstromnetz angeschlossen wird und die Sirene in der Regel innerhalb von 3-4 s auf Nenndrehzahl bringt. Die Schutzerde wird außerhalb des Anschlusskasten mit einer Schraube am Fußflansch angeschlossen, der hauptsächlich der normgerechten Befestigung der Sirene dient. Das Motorgehäuse sowie der daran befestigte Stator bestehen aus Stahl. Der Rotor besteht aus Aluminium und ist in der Regel mit einer Nylonschicht überzogen. Die Ansaugöffnung liegt bei der E 57 unten, d.h. die Luft strömt am Motor vorbei in den Rotor, welcher zur Mitte hin aufgewölbt ist. Schutzgitter befinden sich vor der Ansaug- und den Portöffnungen. Das charakteristische pilzförmige Schallleitdach besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff und dient dem Wetterschutz und der Schallleitung nach schräg unten. Als direktes Vorgängermodell der E 57 ist die L141 von Elektror anzusehen, von der sie sich nur wenig unterscheidet. Die Farbe der E 57 ist RAL 7026 - Granitgrau, der Rotor wurde in unterschiedlichen Farben lackiert.
Hinweise
Eine Motorsirene des Typs E 57 steht am Feuerwehrmuseum in Frankfurt a. Main und kann im Detail auf Augenhöhe betrachtet werden.