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Einheitssirene E57

Geschichte

Die Einheitssirene 1957, kurz E57, deren wesentlichen Teile durch die DIN 41096 definiert werden, wurde als Alarmgerät des Warndienstes eingesetzt. Dieser wurde nach der Teilung Deutschlands eingerichtet und sollte die Zivilbevölkerung vor einem drohenden Angriff durch die Ostblockstaaten warnen. Neben der Nutzung durch die Warnämter wurde die E57 in vielen Gemeinden zur Alarmierung der Feuerwehr eingesetzt. Nachdem der Kalte Krieg vorbei war, wurden auch die Warnämter außer Dienst gestellt. Nun wurde die E57 nicht mehr benötigt und die Produktion durch die o.g. Firmen eingestellt. Viele E57 wurden abgebaut oder durch die Kommunen/Gemeinden übernommen, die diese weiterhin zur Alarmierung der Feuerwehr nutzen. Obwohl es heute auch noch die E57 zu kaufen gibt, sind diese meist generalüberholte Gebrauchtgeräte. Neben dem Haupteinsatzgebiet in Westdeutschland sind die Sirenen auch vereinzelt in Österreich zu finden.

Verwendung

Während die E57 früher sowohl zum Zivilschutz, als auch zur Alarmierung der Feuerwehr genutzt wurden, werden sie heute nach dem Wegfall der Warnämter durch die Kommunen betrieben und dienen der Alarmierung der Feuerwehr.

Man findet sie auf Dächern von Häusern, die durch ihren Standort eine bestmögliche Schallverteilung ermöglichen. Meistens kann man sie auf Schulen, öffentlichen Gebäuden oder auch freistehend auf einem Mast finden. Charakteristisch sind die Wetterschutzdächer, die den Sirenen ein pilzförmiges Aussehen verleihen.

Technik

Die E57 ist eine typische elektromechanische Sirene, die aus einem Elektromotor und einem Rotor besteht, welcher wiederum vom Stator umgeben ist. Der Elektromotor ist ein asynchroner Drehstrommotor, welcher bei 400V in Sternschaltung an die Stromversorgung angeklemmt wird. Innerhalb von 2-4 Sekunden wird der Rotor auf seine Nenndrehzahl gebracht. Während der Rotor aus Aluminium besteht, ist der restliche Teil der Sirene (Stator, Fuß mit Motorwicklung) aus Grauguss. Der Fuß der Sirene ist dreieckig mit je einer Bohrung in der Ecke, mit der sie auf dem Mastflansch festgeschraubt wird.

Die E57 wurde so konstruiert, dass für den Betrieb im Freien lediglich ein Schutzdach benötigt wird. Realisiert wurde dies dadurch, dass die Luftansaugöffnung auf die Unterseite verlegt wurde. Bei älteren Sirenen war dies nicht der Fall und machte ein zweites Dach nötig. Das Schutzdach selbst besteht aus glasfaserverstärktem Kunststoff und spart somit Gewicht.

Die Farbe des Stators und des Motors ist RAL 7026 (granitgrau) durch die DIN 41096 genormt. Der Rotor jedoch nicht, sodass dieser in unterschiedlichen Farben mit Polyamid beschichtet wurde.

Neben der Normierung der wesentlichen Teile wurde auch die Aufstellung, Ansteuerung und Stromversorgung vereinheitlicht. So konnten von vornherein Anschlussfehler verhindert und Wartungsarbeiten erleichtert werden.

E57 E57 ohne Rotor Rotor Läufer Schaltung

Technische Daten

Hersteller ABEG, Elektror, Hörmann, Siemens-Schuckert, Helin
Herstellerjahre 1957 - 1992
Herstellerbezeichnung E 57
Nennspannung 230V / 400V
Nennstromaufnahme 9A / 15,5A
Anlaufstrom 35A / 60A
Nennleistung (Aufnahme/Abgabe) 5kW / 4 kW
Gewicht ca. 64 kg
Drehzahl 2800 u/min
Portzahl 9
Tonfrequenz (Nennwert) 420 Hz

Montagearten

Dreibein Giebeldach Turm Mast

Besonderheiten verschiedener Hersteller

Hersteller Rotorgewicht Fußunterseite Motorabdeckung Motorleistung cos φ Tonfrequenz
ABEG Durch rundes Blech verschlossen GFK Deckel 5 kW 0,85
Elektror 6,3-8,5 kg 3 Streben / Gussdeckel mit Streben GFK Deckel u. Gussglocke 5 kW 0,85 430-437hz
Helin GmbH 6,3-7,5 kg 3 Streben GFK Deckel u. Gussglocke 5 kW 0.85 422-429hz
HÖRMANN GmbH 6,3-8,9 kg 3 Streben / Gussdeckel mit Streben GFK Deckel u. Gussglocke 5 kW 0,85 422-430hz
Siemens Schuckert 6,0-7,6 kg 3 Streben Gussglocke mit Schlitzen 4,7 kW 0,85 420-432hz