Logo

Wiki

Hörmann F71

Die F71 (auch als HLS 167, HLS 168 bzw. HLS 169 bekannt) war die erste HLS, die vollständig von der HÖRMANN GmbH entwickelt und produziert wurde. Sie wurde ab 1967 als Nachfolger der Pintsch Bamag Anlage 2 für das bundesdeutsche Sirenennetz flächendeckend aufgestellt. Auch viele Aufstellungen im Ausland sind mittlerweile bekannt.

Technisch entsprach die F71 den Vorgaben für Hochleistungssirenen, war jedoch im Vergleich zur Anlage 2 deutlich einfacher aufgebaut, flexibler an Kundenwünsche anzupassen und somit kostengünstiger herzustellen.

Sirenenkopf

Der Sirenenkopf war wie bei den Vorgängermodellen vollverkleidet, jedoch etwas kleiner und besaß ebenfalls vier Exponentialtrichter. Im Gegensatz zu den Vorgängermodellen war der Sirenenmotor aber von außen zu erreichen. Dafür gab es auf dem Sirenenkopf eine Abdeckung über dem Sirenenmotor, die mittels drei Gummiverschlüssen gehalten wurde. Zur Sicherheit bei Wartungsarbeiten, war auf dem Sirenenkopf ein Handlauf bzw. Fallschutz montiert, der dem Sirenenkopf sein typisches Erscheinungsbild verlieh. Zum Erreichen der Wartungsplattform konnte am Kopf eine Aluminiumleiter eingehängt werden, der Mast konnte direkt beklettert werden. Der Sirenenkopf hatte einen Durchmesser von 1200 mm, eine Höhe von 2200 mm und wog 316 Kilogramm. Bei Sirenenmotor handelte es sich um einen 24V Gleichstrommotor mit einer Leistung von 0,6 PS und einer Stromaufnahme im Betrieb von durchschnittlich 25A.

Maschinenanlage

Die Maschinenanlage war bei der F71 in einem zylindrigen Stahlbunker mit 6 mm Wandstärke, 2 m Durchmesser und 2 m Länge untergebracht. Er war innen und außen mit einem Korrosionsschutz versehen und absolut wasserdicht und konnte also auch im Grundwasserbereich verwendet werden. Alle Anschlüsse waren auf der Oberseite als Flansche vorhanden. Der Zugang zum Bunker befand sich ebenfalls auf der Oberseite. Dieser war so dimensioniert, dass alle Maschinenteile problemlos durch diesen Zugang ausgetauscht werden konnten. Zur Maschinenanlage zählten wie bei allen Hochleistungssirenen das Diesel-/Kompressoraggregat, die Akkumulatoren (24V 55Ah bzw. 60 Ah), der Dieseltank sowie die komplette Steuerung in einem Schaltschrank.

Dieselmotor

Hier kam ein liegender, einzylindriger, luftgekühlter Farymann-Diesel zum Einsatz. Er hatte eine Leistung von 14 PS bei 1800 Umdrehungen/Minute. Der Kompressor wurde über eine Fliehkraftkupplung angebunden. Neben dem Kompressor wurde eine Lichtmaschine von Bosch (24V, 1000 Watt) angetrieben, die zur Aufladung der Akkumulatoren genutzt wurde.

Kompressor

Hier kam ein zweizylindriger, zweistufiger, luftgekühlter Kolbenkompressor der Fa. J.P. Sauer & Sohn zum Einsatz. Er besaß eine Auffüllleistung von 25 Kubikmeter/Stunde und hatte einen Kraftbedarf an der Welle von 6,5 PS.

Drucklufttank

Der Drucklufttank wurde bei der F71 stehend, zu 1/3 vergraben, mittig unter dem Gittermast aufgestellt. Von außen war lediglich die Revisionsöffnung zu erreichen, die Leitungen zum Maschinenraum waren unterirdisch verlegt. Der Drucklufttank der Fa. Slawinski fasste 6000 Liter und wurde mit 16,5 Bar betrieben. Einige wenige hatten einen kleineren Drucklufttank.

Aufstellungsvarianten

Gittermast

Die F71 gab es in nur einer Mastvariante, dem Gittermast. Dieser existierte in zwei verschiedenen Höhen, 19,5 Meter und 29,5 Meter, wobei die 19,5 Meter Ausführung am häufigsten aufgestellt wurde.

Die Masten wurden von den „Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke AG“ (VÖEST) gebaut. Sie bestanden nach DIN 17.100 aus Stahl St 37-2 und waren nach VDE 0210 feuerverzinkt. Die Bodenroste hatten zusätzlich einen Bitumenanstrich.

  • Der 19.5 Meter Gittermast bestand aus 3 Segmenten mit den Längen 5,5 Meter und zweimal 7 Meter (vom Boden aus betrachtet). Er wog 1210 Kilogramm.
  • Der 29,5 Meter Gittermast bestand aus 4 Segmenten mit den Längen 8,5 Meter und dreimal 7 Meter (vom Boden aus betrachtet). Er wog 1570 Kilogramm. Die Druckluftleitung aus V2A-Stahl wurde im Gittermast nach oben geführt. Ebenso die Steuerleitung für den Sirenenmotor.
F71 Fürstenzell mit 19,5 Meter Gittermast F71 Plattling mit 29,5 Meter Gittermast

Gebäudemontage

Neben der Mastmontage auf freiem Gelände war auch eine Montage auf Gebäuden möglich und nicht selten. Dabei wurde der Sirenenkopf auf dem Dach eines Gebäudes meist mit einem 400 mm Rohrmast individuell befestigt und die Druckluft- und Steuerleitungen nach unten geführt. Die Maschinenanlagen waren je nach Platzangebot entweder im Gebäude untergebracht, oder aber im üblichen Maschinenbunker neben dem Gebäude installiert. In diesem Fall war auch der Drucklufttank vollständig vergraben und ragte nicht wie bei der Mastmontage zu 2/3 aus dem Boden.

F71 Split (Kroatien) Gebäudemontage

Bilder

Videos