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Hörmann HLS 273

Sirenenkopf

Das auffälligste Merkmal der HLS 273 im Vergleich zu allen Vorgängermodellen war der deutlich verkleinerte Sirenenkopf. Dieser hatte keine Verkleidung mehr und bestand aus vier einzelnen Exponentialtrichtern, die an den Schallgeber angeflanscht wurden. Auch der Schallgeber wurde im Vergleich zur F71 überarbeitet und verkleinert. Ab der HLS 273 kam keine Rotorscheibe mehr zum Einsatz, sondern eine Rotortrommel. Die geänderte Luftführung sorgte für die mögliche Verkleinerung des Sirenenkopfes. Bei Sirenenmotor handelte es sich um einen 24V Gleichstrommotor mit einer Leistung von 0,6 PS und einer Stromaufnahme im Betrieb von durchschnittlich 25A.

Maschinenanlage

Die Maschinenanlage war bei der HLS 273 in einem zylindrigen Stahlbunker (welcher bereits bei der F71 so verwendet wurde) mit 6 mm Wandstärke, 2 m Durchmesser und 2 m Länge untergebracht. Er war innen sowie außen mit einem Korrosionsschutz versehen und absolut wasserdicht, konnte also auch im Grundwasserbereich verwendet werden. Alle Anschlüsse waren auf der Oberseite als Flansche vorhanden. Der Zugang zum Bunker befand sich ebenfalls auf der Oberseite. Dieser war so dimensioniert, dass alle Maschinenteile problemlos durch diesen Zugang ausgetauscht werden konnten.

Zur Maschinenanlage zählten wie bei allen Hochleistungssirenen das Diesel-/Kompressoraggregat, die Akkumulatoren (24V 55Ah bzw. 60 Ah), der Dieseltank sowie die komplette Steuerung in einem Schaltschrank.

Dieselmotor (Nur bei HLS 273)

Bis 1981 kam hier ein liegender, einzylindriger, luftgekühlter Farymann-Diesel zum Einsatz. Er hatte eine Leistung von 14 PS bei 1800 Umdrehungen/Minute. Der Kompressor wurde über eine Fliehkraftkupplung angebunden. Neben dem Kompressor wurde eine Lichtmaschine von Bosch (24V, 1000 Watt) angetrieben, die zur Aufladung der Akkumulatoren genutzt wurde.

Ab 1981 wurde ein Hatz-Diesel Typ E108 U - 183 b verbaut.

Elektromotor (Nur bei HLS 373)

Hier kam ein Elektromotor von Brown, Boveri & Cie. (BBC) zum Einsatz

Kompressor (Nur bei HLS 273, HLS 373)

Hier kam ein zweizylindriger, zweistufiger, luftgekühlter Kolbenkompressor der Fa. J.P. Sauer & Sohn zum Einsatz. Er besaß eine Auffüllleistung von 25 Kubikmeter/Stunde und hatte einen Kraftbedarf an der Welle von 6,5 PS.

Hochdruckkompressor (Nur bei HLS 573)

Bisher sind keine Daten über diesen Kompressor bekannt.

Drucklufttank

Der Drucklufttank wurde bei der HLS 273 liegend, vollständig vergraben, neben dem Mast bzw. Maschinenbunker installiert. Von außen war lediglich die Revisionsöffnung zu erreichen, welche durch einen Schachtteckel geschützt war. Die Leitungen zum Maschinenraum waren unterirdisch verlegt. Der Drucklufttank der Fa. Slawinski fasste 6000 Liter und wurde mit 16,5 Bar betrieben.

Varianten

Von der HLS 273 gab es insgesamt fünf verschiedene Varianten, da Hörmann mit dieser HLS nicht mehr ausschließlich den Zivilschutz in Deutschland bedienen wollte, sondern auch in weitere Marktsegmente vordringen wollte. So waren einige dar Varianten gezielt für den Einsatz in großen Industriebetrieben mit Gefahrenpotential vorgesehen und wurden tatsächlich auch in Kernkraftwerken oder auf Flughäfen zur eigenen Warnung eingesetzt. Den Großteil der verkauften Anlagen macht aber trotzdem die Variante HLS 273 aus, die eben als Nachfolger der F71 für das bundesdeutsche Sirenennetz aufgestellt wurde. Nur vereinzelt sind bisher Anlagen der anderen Varianten bekannt. Auf Grund neuster Erkenntnisse kann vermutet werden, dass der Bund bei der Neukonzeption des Sirenennetzes zwischen 1988 und 1990 in Zukunft ausschließlich HLS 573 aufgestellt hätte.

HLS 273 Standardtyp. Aufbau nach den Vorgaben für Hochleistungssirenen. Netzunabhängig durch Diesel-/Kompressoraggregat, Drucklufttank und Batteriebetrieb.
HLS 373 Im Gegensatz zur HLS 273 wird der Kompressor hier durch einen Elektromotor angetrieben. Die Anlage ist damit nur bedingt netzunabhängig, da bei Netzausfall nur die gespeicherte Luft im Drucklufttank zur Verfügung steht und nicht nachgefüllt werden kann. Die Steuerung der Anlage erfolgt trotzdem über Batterien, die aus dem Netz ständig geladen werden.
HLS 473 Variante für Industriebetriebe mit eigener Druckluftversorgung. Kompressor und Drucklufttank entfallen, bei der Anlage wird lediglich der Sirenenkopf und eine entsprechend individuelle Steuerung geliefert.
HLS 573 Netzunabhängige Hochdruckvariante. Anstelle des Drucklufttanks mit 16,5 Bar kommen Druckluftflaschen mit 200 Bar zum Einsatz. Ebenso wird der Kompressor durch einen Hochdruckkompressor ausgetauscht. Vorteil der Anlage sind die deutlich kleineren Abmessungen des Maschinensatzes.
HLS 673 Einmal-Hochdruckvariante. Wie HLS 573 mit Druckluftflaschen, allerdings ohne Kompressor. Nach einem Alarm müssen die Druckluftflaschen ausgetauscht bzw. extern befüllt werden.
HLS 381 Entspricht der HLS 273. Lediglich in einigen Abnahmeprotokollen finden sich diese Bezeichnung. Es handelte sich wohl hauptsächlich um eine interne Bezeichnung, die nicht mehr großartig nach außen kommuniziert wurde und auch in Prospekten nicht mehr auftauchte. Es liegt die Vermutung nahe, dass sich HLS 381 auf die HLS 3. Generation, gebaut ab 1981 bezieht.

Aufstellungsvarianten

Gittermast

Der Gittermast existierte in drei verschiedenen Höhen mit 19,5 Meter, 24,5 Meter und 29,5 Meter. Die Masten wurden von den „Vereinigte Österreichische Eisen- und Stahlwerke AG“ (VÖEST) gebaut. Sie bestanden nach DIN 17.100 aus Stahl St 37-2 und waren nach VDE 0210 feuerverzinkt. Die Bodenroste hatten zusätzlich einen Bitumenanstrich. Der 24,5 Meter Mast wurde zwar im Prospekt angeboten, jedoch ist keine HLS273 mit Gittermast bekannt, die tatsächlich einen solchen Mast hat.

  • Der 19.5 Meter Gittermast bestand aus 3 Segmenten mit den Längen 5,5 Meter und zweimal 7 Meter (vom Boden aus betrachtet). Er wog 1210 Kilogramm.
  • Der 29,5 Meter Gittermast bestand aus 4 Segmenten mit den Längen 8,5 Meter und dreimal 7 Meter (vom Boden aus betrachtet). Er wog 1570 Kilogramm.

Die Druckluftleitung aus V2A-Stahl wurde im Gittermast nach oben geführt. Ebenso die Steuerleitung für den Sirenenmotor.

Rundrohrmast

Hersteller: ABEG Apparatebau und Elektroanlagen GmbH München

8-Eck-Mast

Hersteller: Firma Pfleiderer

Gebäudemontage

Neben der Mastmontage auf freiem Gelände war auch eine Montage auf Gebäuden. Dabei wurde der Sirenenkopf auf dem Dach eines Gebäudes individuell befestigt und die Druckluft- und Steuerleitungen nach unten geführt. Die Maschinenanlagen waren je nach Platzangebot entweder im Gebäude untergebracht, oder aber im üblichen Maschinenbunker neben dem Gebäude installiert.

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