Zentrale Einrichtung des Telefonnetzes, Knotenpunkt am anderen Ende der Teilnehmer-Anschlußleitung, kurz VSt.
In den VSt der Deutschen Bundespost befanden sich früher Warngestelle als Teil des Warnnetzes. Mithilfe der Warngestelle konnten beispielsweise Probealarme zu den örtlichen Sirenensteuerungen weitergeschaltet werden.
Steuerung des Warnnetzes Die Regionale Alarmierungsstelle stellten die Warnämter dar, welche innerhalb Ihres Verantwortungsbereich Alarmierungen in kleineren Bezirken auslösen konnten. Vom Warnamt ging je eine Standleitung für Tonübertragung in die Vermittlungsstellen dieser Bezirke. Ohne Alarm übertrug das Warnamt eine Bandansage, mit der die Funktion der Sprachverbindung überprüft werden konnte. Dies war z.B. im Saarland der Satz "Hier ist Luftschutzwarnamt 7."
Für die Aktivierung der Sirenen wurde diese Ansage unterbrochen und ein definierter Steuerton wiedergegeben.
Es gab auch Warnempfänger, die ebenfalls durch einen Steuerton aktiviert wurden und dann Durchsagen vom Warnamt wiedergeben konnten.
Warngestell in Vermittlungsstelle
Das Warngestell in der Vermittlungsstelle war der Endpunkt aus Sicht des Warnamtes. Hier wurde Das Audiosignal für die Warnempfänger aufbereitet und über mitbenutzte Telefonleitungen verteilt, sowie der Sirenensteuerton in das Sirenentaktsigal umgewandelt, das ebenfalls über mitbenutzte Telefonleitungen zu den zu anzusteuernden Sirenensteuerungen gelangte. Dies war für eine oder mehr Sirenen, die gemeinsam zu aktivieren waren. Desweiteren konnten meineswissens Steuertöne zurückgesandt werden, um den erfolgreichen Empfang von Steuersignalen des Warnamtes zu bestätigen.
Teilnehmeranschluß mit Sirene
Die Verbindung vom Warngestell zur Sirene vor Ort geschah in der Regel über eine mitbenutze Teilnehmeranschlußleitung. Dies hatte für die Sirene den Vorteil, dass der Kunde Leitungsstörungen erkennen und melden würde. Der Nachteil für den Nutzer - außer dem Lärm - war, das die Sirene bevorrechtigt war und sein Telefon während des Alarms nicht nutzbar war. Technisch gesehen gab es parallelen zu DSL: In der Vermittlungsstelle wurde in die Teilnehmerleitung zusätzlich das Sirenentaktsignal eingespeist. Dies geschah durch einen Umschalter, der bei Aktivierung die normale Betriebsspannung ab- und mit anderer Leitungsbelegung wieder aufschaltete sowie die vom Telefon genutzte Leitung von der Telefonvermittlung abtrennte.
Sirenensteuerung vor Ort
Zwischen dem Hausübergabepunkt, an dem die Amtsleitung ankam, und dem Telefon befand sich eine Weiche. Bei normaler Betriebsspannungsanschaltung, d.h. inaktivem Sirenensteuersignal, war die Amtsleitung ganz normal mit dem Telefon verbunden. Wurde jedoch das Sirenentaktsignal aufgeschaltet, wurde von der geänderten Betriebspannung über eine handvoll Dioden so lange ein Relais eingeschaltet, das den Sirenenschütz steuerte. Hierdurch wurde der Sirenenmotor bestromt. Das Telefon hingegen wurde von der Amtsleitung abgetrennt und im Amt wurde ein Besetztzeichen für diesen Anschluß aktiviert.